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Erschließung und Digitalisierung von Sammlungsgut im AddF

Projektlaufzeit: 01.01.2020 - 31.12.2020

Mit dem Projekt will das AddF – Archiv der deutschen Frauenbewegung (AddF) Teile seiner seit über 30 Jahre gesammelten, in weiten Teilen einzigartigen Bestände zur Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland in das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) einbringen. Das AddF verfügt über den größten geschlossenen Bestand zur Frauenbewegung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland. Es sollen im Schwerpunkt ausgewählte Archiv- und Bibliotheksbestände erschlossen, digitalisiert und Dossiers zu Personen, Organisationen und Themen der Frauenbewegung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts erarbeitet werden.
Durch die Erschließung und Digitalisierung dieser wichtigen und grundlegenden Materialien zur Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland wird ein Beitrag zum Aufbau des DDF geleistet. Zudem wird die virtuelle Forschungs- und Bildungsinfrastruktur verbessert und die Sicherung und Präsentation der Sammlungen des AddF weiter vorangetrieben. Die weitere gezielte Akquise von Beständen von Frauen und Frauenvereinen/-gruppen stellt dabei eine flankierende Aufgabe dar.
Im Rahmen des Projektes steht das AddF im engen Kontakt mit dem DDF, stellt die entstehenden Digitalisate, Dossiers und Bestandsdaten dort zur Verfügung und bringt das eigene fachliche Wissen aktiv im Austausch mit den Gremien des DDF ein.

Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf:

  • Überarbeitung der bereits erschlossenen und digitalisierten Fotobestände zu Akteurinnen, Körperschaften und Themen. Dies beinhaltet die Anpassung der Erschließung an die Vorgaben des META-Katalogs sowie eine umfassende, zeitintensive Rechteklärung (Urheber*in, Personen, Körperschaften etc.). Da die Digitalisierung z. T. nicht den heutigen Anforderungen entspricht müssen zudem ggf. neue Digitalisate erstellt werden. Darüber hinaus sollen ggf. bisher noch unerschlossene Fotobestände bearbeitet und digitalisiert werden.
  • Erschließung des Bestandes Evangelische Frauenhilfe in Deutschland (EFHiD, Laufzeit 1899-2007, Umfang ca. 69 Regalmeter). Neben dem Deutschen Evangelischen Frauenbund (DEF) war EFHiD die andere große protestantische Frauenorganisation, die sich ebenfalls 1899 gründete und somit Teil der konfessionellen Frauenbewegung war. Es handelt sich um die Unterlagen aus der EFHiD-Geschäftsstelle mit Korrespondenzen, Unterlagen über die Arbeits- und Themenbereiche u.v.m. Neben Schriftgut befinden sich auch Fotos und Objekte im Bestand.
  • Erschließung von Bibliotheksgut aus Beständen und Nachlässen: Das AddF konnte in den vergangenen Jahren umfangreiche Unterlagen verschiedener Frauenorganisationen übernehmen. In diesen Beständen und Nachlässen ist immer auch ein großer Teil von Bibliotheksgut – häufig Zeitschriften von Frauenverbänden, Broschüren und andere Veröffentlichungen – enthalten.
  • Digitalisierung von Archiv- und Bibliotheksgut:
    • Manuskripte aus dem Nachlass von Gabriele Strecker (1904-1983): Gabriele Strecker war Ärztin und Journalistin, erste Frauenfunkleiterin beim Hessischen Rundfunk und MdL in Hessen für die CDU. Über sie gibt es bereits ein verfasstes Dossier mit einzelne Digitalisaten. Gabriele Strecker hat zahlreiche Artikel, Sendungsmanuskripte und Bücher verfasst. Ihr Nachlass liegt im AddF und enthält u. a. Mappen mit handschriftlich redigierten Manuskripten für Artikel in Tageszeitungen und Zeitschriften aus den Jahren 1948-1981 zu den unterschiedlichsten frauenpolitischen Themen. Der Bestand ist erschlossen und im META-Katalog recherchierbar.
    • Zeitschrift „Neue Bahnen“: Die „Neuen Bahnen“ waren das Vereinsorgan des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) und wurden ab 1866 von Louise Otto-Peters und Auguste Schmidt herausgegeben. Sie waren entscheidend für die Kommunikation zwischen den verschiedenen lokalen Frauenbildungsvereinen. In der ersten Nummer heißt es: „… und darum eben haben wir dies Blatt gegründet, damit wir die große Frage der neuen Frauenbewegung, ihre Berechtigung, ihrer Grundzüge, ihrer Bestrebungen und ihrer Resultate vor aller Augen offen darlegen, Irrthümer berichtigen, unklare Vorstellungen aufhellen und unsere Ansichten über die Stellung der Frauen, über ihre Rechte und Pflichten entwickeln können. Es ist dies der Hauptzweck unseres Blattes aber es soll nicht sein einziger sein. Wir bieten unseren Leserinnen … auch Unterhaltung und Belehrung aus allen Gebieten daran die Frauen ein spezielles Interesse haben.“ Die „Neuen Bahnen“ erschienen 14-tägig vom ersten Jahrgang 1866 bis 1919. Danach sind noch einzelne Hefte aus 1921 nachgewiesen, als die Zeitschrift nur noch unregelmäßig erschien.
    • Registerbände zu den Zeitschriften „Die Frau“ (1.1893/94-51.1943/44), „Die Frau im Staat“ (1.1919-15.1933,3) und „Die Frauenbewegung“ (1.1895-25.1919): Bei den genannten Zeitschriften handelt es sich um drei zentrale Zeitschriften der bürgerlichen Frauenbewegung.
    • Vorbereitende Maßnahmen zur Digitalisierung weiterer für die Geschichte der Frauenbewegungen bedeutender Quellen.
  • Erstellung von Dossiers zu Themen und Akteurinnen der Frauenbewegungen
  • Öffentlichkeitsarbeit – Präsentation der Arbeitserfolge unter Einbeziehung des DDF

Vorbehaltlich der Bewilligung werden im Projekt 5 Mitarbeiter*innen beschäftigt.
Das Projekt ist ein Teilprojekt des DDF und wird gefördert vom BMFSFJ.

Ansprechpartnerinnen

Silke Mehrwald
Barbara Günther


Ein Teilprojekt von

gefördert vom