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Aktuelle Veranstaltungen


Das AddF schließt sich der Aufforderung des Landes Hessen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die Ausbreitung der Atemwegserkrankung COVID-19 (Coronavirus) nicht weiter zu fördern. Die Lesungen im April und Juni von Katerina Poladjan, Karen Köhler und Regina Scheer müssen leider ausfallen, auch die Theaterperformance im Schauspiel Hannover "Furien des Erinnerns" ist davon betroffen. Großveranstaltungen sind zur Zeit leider nicht möglich. Wir bitten um Verständnis!


Die Frl. Wunder AG, ein Theaterkollektiv, widmet sich gemeinsam mit dem Staatstheater Hannover dem Thema der weiblichen Geschichtsschreibung und Erinnerungspolitiken in ihrem neuen Stück Furien des Erinnerns. Im Anschluss der Aufführung ist Dr. Gilla Dölle zum Gespräch mit dem Publikum eingeladen, um die vielen Geschichtsfäden zu betrachten. „Es wird sich nur dauerhaft etwas ändern, indem wir Geschichte schreiben und die Archive neu aufstellen, um an unsere Kinder und Enkel weiterzugeben, dass Frauen in der Geschichte der Kunst präsent waren“, fordert die Kunsthistorikerin Camille Morineau. Dieses Zitat wurde von Frl. Wunder AG zum Anlass der Stückentwicklung genommen und die (Kunst-)Geschichte einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Das Ergebnis ihrer theatralen Spurensuche ist eine Revue der Erinnerungen, die das Leben und Wirken von acht besonderen Künstlerinnen beleuchtet und auf die Mechanismen von Erinnern und Vergessen aufmerksam macht.


Katerina Poladjan liest aus ihrem Roman „Hier sind Löwen“

Eintritt: 9,- / 8,50 €
Kleines Bali-Kino, Kulturbahnhof

 „‘Hic sunt leones‘ schrieb man in alter Zeit an die weißen Flecken einer Landkarte.“
Helen, eine junge deutsche Buchrestauratorin mit armenischen Wurzeln, fährt für ein Praktikum in die armenische Hauptstadt Erewan, um dort im Zentralarchiv eine alte Familienbibel zu restaurieren. An den Rand des alten Buches sind Eintragungen gekritzelt, aus denen sie bruchstückhaft die Geschichte eines jungen armenischen Geschwisterpaars auf der Flucht vor den türkischen Massakern herausliest. Diese Entdeckung ist verwoben mit einer Erkundungsreise im Land ihrer Vorfahren, mit der Suche nach Verwandten auf beiden Seiten - der armenischen und der türkischen Seite - des Grenzberges Ararat. Der Roman, der Poladjans eigene Familiengeschichte mit der Geschichte des armenischen Volks verbindet, stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2019.
Auf den Seiten der Fischer Verlage finden Sie eine Leseprobe.


Karen Köhler liest aus ihrem Roman „Miroloi“

Kleines Bali-Kino, KulturBahnhof Kassel
Eintritt: 9,- / 8, 50 €


„Ich werde immer die Fremde bleiben, auch wenn ich alles genauso mache wie sie. […] Dabei kann ich, wenn ich mich vergleiche, mehr Gemeinsamkeiten erkennen als Unterschiede.“
Karen Köhlers Geschichte führt in eine abgeschiedene dörfliche Welt, in der eine strikte Geschlechtertrennung herrscht. Die Männer bestimmen, nur sie können lesen und schreiben. Die Protagonistin des Romans, ein von der Gemeinschaft ausgegrenztes namenloses junges Mädchen, wurde als Säugling vor dem Bethaus abgelegt. Sie rebelliert gegen die Traditionen und Gesetze, lernt lesen und schreiben, verliebt sich, schließt Freundschaften und Bündnisse. Schließlich bekommt sie sogar einen Namen, der ihr, der von außen kommenden Fremden, verweigert wurde. – Karen Köhlers emanzipatorischer Roman, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2019 stand, zeichnet sich durch pointierte Wortschöpfungen und präzise Sprache aus. Auf den Seiten des Hanser Verlags finden Sie eine Hör- und Leseprobe.


Regina Scheer liest aus ihrem Roman „Gott wohnt im Wedding“

Kleines Bali-Kino, KulturBahnhof Kassel
Eintritt: 9,- / 8,50 €

„Vielleicht ist es ein Trost, dass immer, wenn etwas verschwindet, etwas anderes an seine Seite tritt.“
Im Mittelpunkt des Romans steht die wechselvolle Geschichte eines über 100 Jahre alten Mietshauses und seiner Bewohner und Bewohnerinnen im Wedding. Das Haus soll der Gentrifizierung zum Opfer fallen und abgerissen werden. Regina Scheers Romanfiguren erzählen aus unterschiedlichen Perspektiven vom Gründerzeit-Aufbruch über die Zeit des Nationalsozialismus und den Holocaust bis zum Mauerfall und dem Berliner Immobilienboom der Gegenwart, wobei das Haus selbst auch eine Stimme erhält und als Bindeglied zwischen den Zeiten und Generationen wirkt und die handelnden Personen vorstellt. Die Autorin lässt in ihrem Roman, in dem sorgfältig recherchierte Realität und Fiktion verwoben sind, ein Kaleidoskop deutscher Geschichte entstehen.  
Auf den Seiten des randomhouse Verlags finden Sie eine Leseprobe.

Ansprechpartnerin

Laura Schibbe