ChronikChronik

Archiv der deutschen Frauenbewegung - eine Chronik

2015
Die Doppelausgabe 67-68 der "Ariadne" bilanziert anlässlich der 150. Wiederkehr der Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins eineinhalb Jahrhunderte Frauenbewegung in Deutschland.
Die Lebenserinnerungen der feministischen Pazifistin, Frauenrechtlerin, Sexualreformerin Helene Stöcker werden von Reinhold Lütgemeier-Davin (Pazifismusforscher) und Kerstin Wolff (Frauenbewegungsforscherin) zum ersten Mal herausgegeben und kommentiert.

2014
Im September konnten auf Anregung der Stiftung in Kooperation mit dem Oberbürgermeister der Stadt Kassel zwei Stolpersteine verlegt werden. Die erste Ehrenbürgerin Kassels Sara Nussbaum erhielt gemeinsam mit ihrem Ehemann Rudolf jeweils einen Stein vor deren ehemaligem Wohn- und Geschäftshaus im Verbindungsweg Müller-/Schäfergasse in der Kasseler Innenstadt.

2013
Vom BMFSFJ wird ein dreijähriges Projekt zur Forcierung des Sammlungsaufbaus für die Zeit ab 1945 bewilligt.
Der 15. Band der Schriftenreihe erscheint unter dem Titel "Respekt für die Provinz". Kassel – die Stadt der starken Frauenbewegung, ein Streifzug durch 150 Jahre.
Im August findet die erste Summer-School zur Geschichte der Frauenbewegung statt – ein Vernetzungstreffen für ForscherInnen (vor allem Promovierende), die zu einem Thema aus dem Bereich der Frauenbewegung arbeiten.

2012
Beim 47. Treffen der deutschensprachigen Frauen/Lesbenarchive und -bibliotheken treffen sich Frauen aus 31 Institutionen zum fachlichen Austausch. Das Kasseler Treffen steht insgesamt unter dem Thema "Auf der Datenautobahn durch Europa – Zugangswege zu und Vernetzung von Quellen zur Geschlechtergleichstellung".

2011
100 Jahre Internationaler Frauentag ist Anlass für die Stiftung, gemeinsam mit dem Deutschen Frauenrat eine Broschüre zur Geschichte des 8. März heraus zu geben und eine große Festveranstaltung zu organisieren.
Das dreijährige Forschungsprojekt "Karriere mit Tradition – Analyse der unterschätzten Potentiale von Frauenverbänden bei der Karriereplanung junger Frauen" wird vom BMBF im Rahmen des Förderschwerpunktes "Frauen an die Spitze" bewilligt.
Der Archivbestand wird in das „Verzeichnis national wertvoller Archive“ aufgenommen.

2010
Die Tagung "Teilhabe oder Ausgrenzung? Perspektiven der bundesdeutschen Geschlechtergeschichte zwischen Nachkriegszeit und 'Strukturbruch'" wird gemeinsam mit dem Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung, der Universität Kassel und der Evangelischen Akademie Hofgeismar organisiert; die Ergebnisse der Tagung erscheinen 2012 publiziert unter dem Titel "Zeitgeschichte als Geschlechtergeschichte. Neue Perspektiven auf die Bundesrepublik".

2009
Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, feiert das Archiv der deutschen Frauenbewegung sein 25jähriges Bestehen.

2008
Am 5. Dezember erhält das Archiv der deutschen Frauenbewegung den Hessischen Archivpreis 2008. In der Begründung der Jury heißt es: "Das Archiv der deutschen Frauenbewegung ist ein Paradigma für eine aus kleinsten ehrenamtlichen Anfängen erwachsene Archivinstitution mit professionellem Niveau."
Gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung erstellt die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung ein Internetdossier zur Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland von 1800 bis heute.

2007
Die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung übernimmt das Archiv des Deutschen Evangelischen Frauenbundes; am 5. März findet eine Festveranstaltung mit Vertreterinnen dieses Verbandes und Vertretern der Stadt Kassel statt.

2006
Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Frauenrat startet die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung eine Initiative, um Frauenverbände bei der Archivierung ihrer Unterlagen zu beraten; erstes Ergebnis sind die Internetseiten zu FRAUenVEReineArchivierung (FrauVerA)
Am 8. März wird die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung als Ort im Land der Ideen ausgezeichnet; aus diesem Anlass wird eine Kunstausstellung mit Werken von Kasseler Künstlerinnen gezeigt.

2005
Die Stiftung übernimmt zum 1. Januar die Trägerschaft des Archivs der deutschen Frauenbewegung; die Bibliotheks- und Archivbestände mit einem Gesamtwert von über 1.6 Millionen Euro sind damit dauerhaft gesichert.

2004
Zum 100. Geburtstag der Politikerin und Journalistin Gabriele Strecker kann das Online-Findbuch, das den Nachlass erschließt, ins Netz gestellt werden.

2003
Am 8. März 2003 wird die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung mit einem Startkapital von 63.500 Euro ins Leben gerufen.

2002
Das Archiv der deutschen Frauenbewegung erhält erstmals Drittmittel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für die Erschließung des Elisabeth-Selbert-Nachlasses.
Die retrospektive Erfassung des Buch- und Zeitschriftenbestandes per EDV ist abgeschlossen; die Daten sind damit online verfügbar und über die Homepage des Archivs der deutschen Frauenbewegung abrufbar.

2001
Das Redaktionsteam der "Ariadne" wird mit dem Elisabeth-Selbert-Preis des Landes Hessen ausgezeichnet. Die Jury ist "von der Qualität der hervorragenden Aufbereitung der Hefte", die "die aktuelle Diskussion in der Frauenpolitik und die Ergebnisse der Frauenforschung gelungen zusammenführen"" in "hohem Maße überzeugt".

2000
Die Nachlässe von Elisabeth Selbert (1896-1986) und Gabriele Strecker (1904-1983) werden dem Archiv der deutschen Frauenbewegung überlassen.

1999
Die Volkswagen Stiftung fördert ein Projekt, das unter Federführung des Archivs der deutschen Frauenbewegung Bildbestände aus verschiedenen Archiven zum Thema "Frauenbewegung und Frauenverbände von 1948 bis 1968" erschließt. Die Datenbank mit knapp 3.000 Abbildungen liegt als CD-ROM vor.
"1949-1999. 50 Jahre deutsche Geschichte im Spiegel der Literatur" lautet der Titel einer sehr erfolgreichen Veranstaltungsreihe, bei der Monika Maron, Hilde Domin, Renan Demirkan und Barbara Honigmann lesen.

1998
Aus einem Forschungsprojekt zu Emanzipationsbestrebungen um 1848 wird eine Ausstellung mit Veranstaltungsreihe konzipiert, die in mehreren Städten gezeigt werden kann.

1997
Das Archiv der deutschen Frauenbewegung präsentiert sich mit einer Homepage (addf-kassel.de) im Netz.
"ex tempore" ist eine Veranstaltungsreihe betitelt, die anlässlich der documenta IX frauengeschichtliche Orte der Stadt musikalisch bespielt.

1996
Das Archiv zieht in das eigens für seine Bedürfnisse umgebaute Haus in der Gottschalkstraße. Die Mietkosten sind durch eine institutionelle Förderung der Stadt Kassel abgedeckt.

1995
Im Rahmen eines neuen hessischen Forschungsschwerpunktes wird ein Forschungsvorhaben zum Antisemitismus in der bürgerlichen Frauenbewegung realisiert; die Ergebnisse werden zunächst auf einer Tagung und später in einer Publikation präsentiert.

1994
Anlässlich des 10jährigen Bestehens des Archivs der deutschen Frauenbewegung wird eine Festschrift als Sonderband der Schriftenreihe herausgegeben.

1993
Leben und Alltag jüdischer Frauen stehen im Mittelpunkt einer Veranstaltungsreihe; die einzelnen Vorträge werden als Buch publiziert.

1992
Als außeruniversitäre Forschungseinrichtung wird das Archiv der deutschen Frauenbewegung in die institutionelle Förderung des Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst aufgenommen.
Zur ideellen und finanziellen Unterstützung der Arbeit wird der Förderkreis "Freundinnen des Archivs der deutschen Frauenbewegung" gegründet.
Erstmalig findet die Stadtrundfahrt "Die Casselerinnen - Streifzüge durch zwei Jahrhunderte" statt, die seither immer wieder angeboten wird.

1991
Der Kulturförderpreis der Stadt Kassel wird dem Archiv verliehen für die "Aufbauarbeit eines der Öffentlichkeit zugänglichen Archivs, aber auch für die Popularisierung wichtiger kultureller frauenbezogener Themen".

1990
In der Kunstkammer, dem heutigen Kulturbahnhof, wird eine große Ausstellung gezeigt, die sich mit Frauenalltag in Kassel in der Zeit von 1933 bis 1945 beschäftigt.

1989
Die erste Ausstellung mit dem Titel "Die fatalen Tage - Zur Geschichte der Menstruation und Hygiene" wird präsentiert; ein Forschungsprojekt zum Thema und eine Publikation folgen.
Gemeinsam mit dem Staatstheater Kassel wird eine Theaterproduktion über Frauen in der Französischen Revolution erarbeitet.

1988
Ein Forschungsprojekt zur Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung in Kassel vom Mittelalter bis 1950 beginnt; die Publikation erscheint nach zwei Jahren im Verlag Elefanten Press.

1987
Bereits 10.000 Buchtitel stehen in der Bibliothek zur Nutzung bereit.
Für die Zeitschriften "Die Frauenbewegung" (1895-1918) und "Die Frau im Staat" (1919-1933) werden Registerbände erstellt.

1986
Die archiveigene Schriftenreihe wird mit den Ergebnissen des ersten Forschungsprojektes zur Frauenfriedensbewegung 1890-1933 eröffnet.

1985
Die erste Ausgabe der Zeitschrift "Ariadne. Almanach des Archivs der deutschen Frauenbewegung" erscheint.

1984
Eröffnung am 8. März. Bereits 1983 wird der Verein Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel mit dem Ziel gegründet, eine Bibliothek, ein Archiv, ein Forschungs- und Bildungszentrum zu Frauenalltag und Frauenbewegung in Deutschland im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert aufzubauen.
Die Arbeit des Vereins wird anfangs durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und das Engagement der Mitarbeiterinnen finanziert; erste öffentliche Zuschüsse gibt es für einzelne Projektvorhaben; den Großteil der Arbeit leisten die Mitarbeiterinnen unbezahlt.
Mit einer Veranstaltung zu Leben und Werk von Franziska zu Reventlow beginnt die Lesungsreihe.