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Band 5
Die Frauenbewegung. Registerband zur gleichnamigen Zeitschrift, bearbeitet von Gilla Dölle/Elke Endlich/Monika Golling/Sabine Hering, (Schriftenreihe des Archivs der deutschen Frauenbewegung, Bd. 5), Kassel 1989, ISBN 3-926068-05-1



Info:

Der Registerband erschließt die von Minna Cauer herausgegeben Zeitschrift DIE FRAUENBEWEGUNG. Neben einer alphabetischen Auflistung aller Artikel bieten 46 Schlagworte, die sich eng an den Themen der Zeitschrift orientieren, einen Zugang zu den Beiträgen. Der Registerband soll dazu dienen, diese zentrale Zeitschrift der deutschen Frauenbewegung für Forschungszwecke zugänglich zu machen, indem er NutzerInnen die Orientierung über die Inhalte aller Jahrgänge und ggf. die Anforderung einzelner Artikel ermöglicht, ohne die Zeitschrift selbst vorliegen zu haben.

Aus dem Vorwort des Registerbandes:
25 JAHRE DIE FRAUENBEWEGUNG
Vorbereitungen zur Gründung einer vereinsunabhängigen und radikale Positionen vertretenden Zeitschrift fallen in das Jahr 1894. "Am 18. Oktober 1894 fand bei Frau Cauer eine Konferenz statt, zu welcher etwa 25 Delegierte der Schwestervereine Frauenwohl, des Rechtsschutzvereins Dresden, sowie noch andere Vorsitzende befreundeter Vereine erschienen waren, und man beschloß die Gründung eines selbständigen Organs - die seit dem 1. Januar 1895 erscheinende Zeitschrift DIE FRAUENBEWEGUNG." (Else Lüders: Der "linke Flügel". Ein Blatt aus der Geschichte der deutschen Frauenbewegung, Berlin 1904, S. 23f.) Die erste Nummer der FRAUENBEWEGUNG, die das in den Jahren 1894 und 1895 erscheinende Vereinsorgan FRAUENWOHL ablöst, wird also zu einem Zeitpunkt herausgebracht, als sich im BDF und in dessen Organ (CENTRALBLATT DES BDF) die gemäßigte Mehrheit bereits durchgesetzt hat - die Radikalen sehen sich vor die Notwendigkeit gestellt, ihren Minderheitspositionen durch ein eigenes Blatt Gehör zu verschaffen - überregional, vereinsübergreifend und überparteilich.

PRESSEHISTORISCHE DATEN
Ab 1896, als Lily von Gyzicki sowohl aus dem Vorstand des Vereins "Frauenwohl" als auch aus der Redaktion der FRAUENBEWEGUNG wegen ihres Eintritts in die sozialdemokratische Partei ausscheidet, zeichnet Minna Cauer allein verantwortlich für die Herausgabe und Redaktion der Zeitschrift. DIE FRAUENBEWEGUNG wird im Verlauf ihrer 25 Jahrgänge mit verschiedenen, ihre Entwicklung wiederspiegelnden Untertiteln versehen: "Revue für die Interessen der Frau" von 1895-1907, ab 1908 "Publikationsorgan der fortschrittlichen Frauenbewegung", im letzten Jahr 1919 schließlich "Organ für das politische Leben der Frau". Sie erscheint vierzehntägig zu jedem 1. und 15. eines Monats, in den Kriegsjahren 1917 und 1918 nur monatlich. Bis 1904 kommt sie im Verlag Ferdinand Dümmler Berlin heraus, danach bei W. und S. Loewenthal, einem Kommissionsverlag. Im Vierteljahresabonnement kostet DIE FRAUENBEWEGUNG 1 Mark, später 1,50 Mark, die Vereine bzw. Vereinsmitglieder erhalten sie zu einem niedrigen Vorzugspreis. Die einzelnen Jahrgänge erreichen einen Umfang von maximal 250 Seiten (die Kriegsjahrgänge z.T. nur ca. 100 Seiten), dabei nimmt in 8-10seitigen Einzelheften Werbung z.B. für Reformkleidung, Bücher oder Pensionsanzeigen ca. 1-2 Seiten ein. Die Höhe der Auflage ist leider nicht mehr feststellbar, eine - wenn auch nur annähernde - Vorstellung über ihren Verbreitungsgrad läßt sich über die Mitgliedszahl derjenigen Vereine ausmachen, die DIE FRAUENBEWEGUNG als Publikationsorgan annahmen und eine obligatorische Lieferung an ihre Mitglieder einführten - EinzelkäuferInnen und AbonnentInnen sind dabei nicht erfaßt.

Im Verlauf ihrer 25 Jahrgänge ist DIE FRAUENBEWEGUNG mit Hauptsitz Berlin Publikationsorgan folgender radikaler Vereine und Verbände: Verband Fortschrittlicher Frauenvereine, Vereine Frauenwohl, Frauen- und Mädchengruppen für sociale Hilfsarbeit, Rechtsschutzverein, Verein zur Reform der Litteratur für die weibliche Jugend, Hilfsvereine für weibliche Angestellte, Kaufmännischer Verband für weibliche Angestellte, Verein Jugendschutz, Zweigvereine der Internationalen Föderation, Neuer Volksschullehrerinnen-Verein, Verein für Frauenstudium, Verein Frauenbildung, Verein Frauenbewegung, Verein für Fraueninteressen, Verein fortschrittlicher Frauen, Deutscher Verein/Verband für Frauenstimmrecht, Freie Vereinigung studierender Frauen, Allgemeiner Österreichischer Frauenverein. Vereinsnachrichten, Protokolle oder Referatswiedergaben von Versammlungen bilden jedoch nicht den inhaltlichen Schwerpunkt der Berichterstattung, sind eher informatives und die Vereine vernetzendes Beiwerk.

Neben einem Leitartikel und ein bis zwei weiteren Artikeln zu Schwerpunktthemen wie Erwerbstätigkeit, Sittlichkeits-, Stimm- und anderen Rechtsfragen, zu Auseinandersetzungen in der organisierten Frauenbewegung besteht eine Einzelnummer aus Vereins- und Versammlungsnachrichten, (internationalen) Nachrichten aus der Frauenbewegung, Mitteilungen, Rezensionen und weiteren Rubriken.

Die Beilage PARLAMENTARISCHE ANGELEGENHEITEN UND GESETZGEBUNG, redigiert von Dr. jur. Anita Augspurg, erscheint von 1899-1906 und wird 1907 abgelöst von der Beilage ZEITSCHRIFT FÜR FRAUENSTIMMRECHT, die bis 1912 von Augspurg als Organ des "Deutschen Verbandes für Frauenstimmrecht" herausgegeben wird. Aufgrund des Auseinanderbrechens der Frauenstimmrechtsbewegung übernimmt von 1912-1918 Minna Cauer die Herausgabe der von nun an mit "Monatsschrift für die staatsbürgerliche Bildung der Frau" untertitelten Zeitschrift.

Die FRAUENBEWEGUNG ist trotz ihres Postulates der Überparteilichkeit das Organ der radikalen Frauenbewegung, aus der sich fast ausnahmslos alle Autorinnen rekrutieren. Neben Minna Cauer prägt Anita Augspurg (1857-1943) die Zeitschrift; neben vielen Artikeln, die sich mit der rechtlichen Stellung der Frau auseinandersetzen, ist ihr Arbeitsschwerpunkt das Frauenstimmrecht. Zu den weiteren wichtigen Autorinnen zählen Lida Gustava Heymann (1868-1943), Anna Pappritz (1861-1939), Else Lüders (1872-1948), Helene Stöcker (1869- 1943), Marie Raschke (1850-1935) und Maria Lischnewska, die in ihren jeweiligen Arbeitsgebieten kompetent veröffentlichen. Die wenigen publizierenden Männer wie Theodor Barth, Rudolf Breitscheid oder Hellmuth von Gerlach sind Vertreter des linksliberalen Spektrums.




Preis: 61.50 EUR  zzgl. Porto und Versand

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