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Band 11
Ortrud Wörner-Heil: Frauenschulen auf dem Lande. Reifensteiner Verband (1897-1997), (Schriftenreihe des Archivs der deutschen Frauenbewegung, Bd. 11), 2. Aufl., Kassel 1997, 223 Seiten, Abbildungen u. Register, ISBN 3-926068-12-4



Info:

Auszüge aus dem Einleitungskapitel "Eine Geschichte von weiblichem Aufbruch und Pioniergeist"

Im Jahre 1997 jährt sich zum hundersten Mal die Gründung der ersten Schule des Reifensteiner Verbandes. Die vorliegende Jubiläumsschrift gibt einen Überblick über die Entstehung und die geschichtliche Entwicklung des Verbandes, seiner Schulen und seiner pädagogischen Arbeit in der ländlich-hauswirtschaftlichen Frauenbildung. Die Darstellung der Motive für diese schulreformerische Initiative und die Strategien der Realisierung werden sowohl in einen biographischen, als auch einen sozial- und kulturgeschichtlichen Kontext gestellt. Es war ein Anliegen, die Ausbildungskonzepte in den Reifensteiner Schulen zu dokumentieren, die pädagogischen Grundsätze zu verdeutlichen, die den Schulen ihr Profil gaben und trotz einschneidender Veränderungen den Schulalltag gestalteten. Bedeutsame Verabschiedungen und Novellierungen von Ausbildungsverordnungen staatlicherseits, die die Entwicklung und den Stand der Schulen beeinflußten, wurden des Überblicks wegen zusätzlich in die Zeittafel am Ende des Buches aufgenommen. Im besonderen stellte die Jubiläumsschrift sich der Aufgabe, das Charakteristische der "Reifensteiner Zeit", das viele Schülerinnen als prägend und für ihr Leben leitend empfanden, herauszustellen.

Auf die Darstellung der Entwicklung des Verbandes folgt ein Lebensbild Ida von Kortzfleischs und die Darlegung der Geschichte der wirtschaftlichen Frauenschulen in den letzten hundert Jahren. Daran anschließend werden alle 52 Schulen vorgestellt. Dieser Abschnitt ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil werden die fünfzehn Einrichtungen vorgestellt, die sich im Besitz des Reifensteiner Verbandes befanden. Sie sind chronologisch nach dem Zeitpunkt ihrer Gründung geordnet. Der zweite Abschnitt mit den körperschaftlich angeschlossenen Schulen ist unter den gebräuchlichen Schulnamen, dies können sowohl Eigennamen wie auch Ortsbezeichnungen sein, alphabetisch sortiert. Alle Schulen sind in ein Register am Ende des Buches aufgenommen.

Die Kurzporträts der Schulen sind wie "Kurzgeschichten" geschrieben. Sowohl ehemalige Schülerinnen und Lehrerinnen, aber auch Interessierte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen sie als kleine Geschichten der Reihe nach lesen, genauso gut aber auch nur einzelne nachschlagen können. Die Bestandsdaten jeder Einrichtung sind - soweit bekannt - in die Titelzeile des jeweiligen Porträts aufgenommen. Jeder Schule ist eine "Vita" mit den Rubriken Besitzer, Besitzerin, Anschluß an den Verband, Ausbildungsangebot und Maidennadel vorangestellt, ergänzt durch die Angabe der Schulleiterinnen bei den verbandseigenen Schulen.

Die Geschichten der Schulen sind so gestaltet, daß sie mit wenigen Daten die besondere Entwicklung der jeweiligen Schule zeigen. Auch wenn Konzeption und pädagogische Grundsätze für alle Schulen gleich galten, entwickelte doch jede für sich ein eigenes Profil, oft charakterisiert durch Stil und Persönlichkeit der Leiterin. Gleichzeitig sind Ereignisse und Episoden aufgenommen, die exemplarisch für den Gang der Zeitereignisse waren und somit alle Schulen begleiten. Im wesentlichen konnte hier auf die in der Verbandszeitung erscheinenden Schulberichte zurückgegriffen werden. Die Porträts der Schulen, die im Besitz des Reifensteiner Verbandes waren, sind ausführlicher gestaltet. Dies nicht nur. weil die meisten von ihnen am längsten, in vielen Fällen mehrere Jahrzehnte bestanden, sondern auch, weil sie oft Modellcharakter für die angeschlossenen Schulen hatten und von ihnen Impulse und Experimente für das Bildungswesen ausgingen. In manchen Fällen ist für die Länge der Darstellungen reichhaltiges oder eben auch lückenhaftes Dokumentenmaterial verantwortlich.

Bei Erstellung dieser Schrift konnte auf umfangreiche Akten, Dokumente und Fotosammlungen des Verbandsarchivs, das seit dem Jahre 1993 im Niedersächsischen Staatsarchiv Bückeburg (Depositum Nr. 47 Reifensteiner Verband) zusammengeführt und seit 1996 verzeichnet ist, zurückgegriffen werden. Für die Rekonstruktion der Verbandsgeschichte, das Verfassen des Porträts der Schulgründerin Ida von Kortzfleisch und der Geschichten der einzelnen Schulen waren Aktenbestände des Vereins, des Geschäftsführenden Vorstandes, der Schulen, Personalunterlagen und Überlieferungen von einzelnen Personen von großem Wert. Als besonders ergiebige Quelle erwiesen sich diverse Schulzeitungen und besonders die Verbandszeitung "Das Maidenblatt. Zeitschrift des Reifensteiner Vereins für Wirtschaftliche Frauenschulen", die im Januar 1916 erstmalig erschien und bis heute unter dem Titel "Mitteilungen" herausgegeben wird.

Außerdem wurden Aktenbestände des preußischen Ministeriums für Landwirtschaft und Forsten und des Ostmarkenvereins im Geheimen Staatsarchiv Preussischer Kulturbesitz in Berlin, Aktenbestände des Helene-Lange-Archivs im Landesarchiv Berlin, Überlieferungen zum Reifensteiner Verband in Behördenakten im Staatsarchiv Gotha, im Staatsarchiv Meiningen und im Staatsarchiv Marburg sowie Überlieferungen des Reichsnährstandes im Bundesarchiv Potsdam gesichtet. Es konnten hier jedoch bisher keine Aktenbestände gefunden werden, die sich unmittelbar auf den Reifensteiner Verband beziehen.




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