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Ariadne 70
Zeitgeschichtliche Lesarten
Versuche zur Zeitgeschichte der Geschlechtergeschichte



Info:

Redaktion: Berit Schallner M. A. / Dr. Kerstin Wolff

Editorial
Warum, ist die Einbeziehung geschlechtergeschichtlicher Fragestellungen wichtig für eine Geschichte der Bundesrepublik? Das vorliegende Heft kann diese Frage natürlich weder erschöpfend behandeln noch abschließend beantworten. Stattdessen haben wir versucht, thematische und methodische Möglichkeiten aufzuzeigen, mit denen das große Forschungsfeld der Zeitgeschichte für geschlechtergeschichtliche Fragestellungen geöffnet werden kann. Vor allem an den ausgedehnten Debatten über die Geschlechterordnung im Untersuchungszeitraum kann abgelesen werden, dass das Geschlecht auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine wichtige, wenn auch umstrittene Kategorie gesellschaftlicher Ordnungsvorstellungen darstellte. Dabei bedeutete dieses Sprechen keineswegs notwendigerweise einen tatsächlichen grundlegenden Wandel. Es mochte einen Legitimationsverlust tradierter Ordnungsvorstellungen oder deren Irritation signalisieren; bezieht man aber konkrete gesellschaftliche Praktiken mit ein, zeigt sich allzu oft, dass gerade das Reden über die Geschlechterordnung eher einem zeitgenössisch diagnostizierten Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlicher Norm und ihrer Praxis entsprang. Ob und wie sich dieses Spannungsverhältnis auflöste, lässt sich nur von Fall zu Fall untersuchen. Für eine frauen- und geschlechtergeschichtlich gewendete Zeitgeschichte stellt sich damit das Problem, dass das Koordinatensystem ihrer Analyse sich nicht so ohne weiteres unter die gängigen Interpretamente der Zeitgeschichtsforschung subsumieren lässt. Mit einer Ergänzung oder Korrektur dieser Erzählweisen ist es häufig nicht getan, stattdessen müssen neue Modi des Erzählens gefunden werden.

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Abstracts

Inhalt

  • Azziza B. Malanda
  • Weiß werden - Weiß sein - Weiß bleiben. Zur Konstruktion von Weißsein am Beispiel der Mütter Schwarzer deutscher Kinder in der frühen Bundesrepublik
  • Monique Miggelbrink
    Kühlschrank, Serviertablett, Couchecke, Fernsehmöbel. Geschlechtsspezifische Verbindungen zwischen Akteuren des Wohnens in Westdeutschland um 1950
  • Karin Schützeichel
    ›Langhaarige Festival-Anhänger‹ und ›Rocker in furchterregendem Aufzug‹. Jugendliche Männlichkeitsentwürfe zu Beginn der 1970er Jahre und ihre Repräsentation auf Pop- und Rockfestivals
  • Berit Schallner
    Widerspenstige Wissenschaft. Zur Frühgeschichte der historischen Frauenforschung (1973-1978)
  • DOKUMENTATION
    Arbeitsmaterialien für das 4. Historikerinnentreffen, Berlin, 23.-25. März 1983
  • Christopher Neumaier
    Hohe Wertschätzung, geringe Verbreitung. Der 'neue Vater' in Westdeutschland während der 1970er und 1980er Jahre
  • Mareen Heying
    Hurenbewegungen und ihr Verhältnis zu Frauenbewegungen. Sichtweisen deutscher und italienischer Prostituiertengruppen in den 1980er und 1990er Jahre
  • DOKUMENTATION
    Heilige und Huren



Preis: 11.50 EUR  zzgl. Porto und Versand

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Der aktuelle Call for article der Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte für die 73-74. Nummer läuft: Die weibliche/n Geschichte/n der Weimarer Republik - ein Jubiläumsheft zum Beginn der Weimarer Republik 1918/19, Bewerbungsfrist Juli 2017

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