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Dr. Kerstin Wolff

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Aktualisiert: 17. Dezember 2010

Sonstige Publikationen

Diese Publikationen sind u.a. im Rahmen von Projekten der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung entstanden und wurden in verschiedenen Verlagen veröffentlicht. Sie sind über den Buchhandel, in einigen Fällen nur noch antiquarisch bzw. über die Stiftung zu erwerben.

 

Politische Netzwerkerinnen. Internationale Zusammenarbeit von Frauen 1830-1960, hg. von Eva Schöck-Quinteros / Anja Schüler / Annika Wilmers / Kerstin R. Wolff Politische Netzwerkerinnen. Internationale Zusammenarbeit von Frauen 1830-1960, hg. von Eva Schöck-Quinteros / Anja Schüler / Annika Wilmers / Kerstin R. Wolff, trafo 2007, 381 S., zahl. Abb. ISBN 978-3-89626-641-5, 40,80 Euro

Dieser Sammelband stellt in 15 Beiträgen die Entwicklung der internationalen Frauenbewegungen im 19. und 20. Jahrhundert vor. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Entstehung von politischen Netzwerken jenseits der traditionellen Geschichte internationaler Frauenorganisationen. Die englischen und deutschen Aufsätze gehen zurück auf eine Tagung, die im September 2005 an der Universität Bremen stattfand. Sie reichen von den frühen internationalen Kontakten der Frauenbewegungen im Europa der 1848er Revolution über die Hochzeit des Internationalismus um 1900 bis zur Frauenfriedensarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg. In allen Beiträgen wird deutlich, dass sich die nationalen Frauenbewegungen als eine große soziale Bewegung verstanden und dass der internationale Austausch ein wichtiger Motor ihrer Arbeit war.

 

Elke Schüller: Marie Stritt - Eine kampffrohe Streiterin in der Frauenbewegung Elke Schüller: Marie Stritt - Eine "kampffrohe Streiterin" in der Frauenbewegung (1855-1928); mit dem erstmaligen Abdruck der unvollendeten Lebenserinnerungen von Marie Stritt, Königstein i.T. : Helmer Verlag 2005, 294 S., zahlr. Abb., Personenreg., ISBN 978-3-89741-178-4, 29,90 Euro

Zum 150. Geburtstag am 18. Februar 2005: Marie Stritts Lebenserinnerungen, kombiniert mit ihrer politischen Biografie.
Sie war eine der bedeutendsten und charismatischsten Protagonistinnen der bürgerlichen Frauenbewegung in Deutschland. Die ausgebildete Schauspielerin führte elf entscheidende Jahre lang den Bund Deutscher Frauenvereine, leitete über zwanzig Jahre dessen weit verbreitete Zeitschrift und erwarb sich in den internationalen Frauenorganisationen hohes Ansehen. Außerdem gehörte Marie Stritt zu den herausragenden Persönlichkeiten der Frauenstimmrechtsbewegung und wurde 1918 schließlich auch noch zur linksliberalen Parteipolitikerin. Als Grenzgängerin und Vermittlerin zwischen dem gemäßigten und dem radikalen Flügel der Frauenbewegung war sie keineswegs unumstritten und erwies sich in zahlreichen Auseinandersetzungen als ´kampffrohe Streiterin´. Das hier angekündigte Buch, im Rahmen eines Forschungsprojektes im Kasseler Archiv der deutschen Frauenbewegung entstanden, ist ein biographisches und historisches Zeugnis dieser Pionierin im Kampf für die Frauenrechte.

 

Ortrud Wörner-Heil: Sophie Henschel (1841-1915). Lokomotivfabrikantin und Stifterin Ortrud Wörner-Heil: Sophie Henschel (1841-1915). Lokomotivfabrikantin und Stifterin, Kassel : euregioverlag 2004, zahlr. Abb., ISBN 978-3-933617-19-4, 20,00 Euro

Sophie Henschel, Deutschlands erste Lokomotivfabrikantin, setzte gleich in mehreren Bereichen neue Maßstäbe: als Mäzenin, im Wohlfahrtswesen und als Unternehmerin. Sie ging selbstbewusst und unabhängig mit ihrem Geld um und war sowohl als Fabrikantin als auch als Stifterin wegweisend für zukünftige Generationen. Als langjährige Vorsitzende des Kasseler Frauenvereins des Roten Kreuzes begründete sie eine besondere Stiftungskultur von Frauen, die zur Bildung einer Solidargemeinschaft der Stadtbürger beitrug. Ohne im Besitz politischer Staatsbürgerinnenrechte zu sein, partizipierten Frauen durch ihr Vereinsengagement an den öffentlichen Belangen und beeinflussten unter Sophie Henschels Leitung entscheidend die Stadtentwicklung. Sowohl auf Vereins- wie auf Unternehmensebene setzte sie Dimensionen einer modernen Sozialfürsorge um, die an der Wiege des sich erst bildenden Wohlfahrtsstaates standen. In dem hier angekündigten Buch, das auf ein Forschungsprojekt im Kasseler Archiv der deutschen Frauenbewegung zurückgeht, ist eine erfolgreiche ´Anstifterin´ zu entdecken, die andere motivierte, es ihr nachzutun, die nicht Alleingänge schätzte, sondern gemeinschaftliche und kooperative Aktionen präferierte. Dabei blieb ihr Wirken nicht nur auf das lokale Geschehen in Kassel bezogen: Ihre Unternehmungen beeinflussten die regionale Entwicklung der Provinz Hessen-Nassau auf vielfältige Weise sowie darüber hinaus auch das nationale Geschehen.

 

Kerstin Wolff: Stadtmütter. Bürgerliche Frauen und ihr Einfluss auf die Kommunalpolitik im 19. Jahrhundert (1860-1900) Kerstin Wolff: "Stadtmütter". Bürgerliche Frauen und ihr Einfluss auf die Kommunalpolitik im 19. Jahrhundert (1860-1900), Königstein i.T. : Helmer Verlag, 2003, 288 S., ISBN 978-3-89741-122-7, 24,95 Euro

"Frauen hatten in der Kommune des 19. Jahrhunderts keinerlei Einflussmöglichkeiten, sie waren politisch rechtlos!" Diese Sicht blieb in der Forschung lange unwidersprochen. Kerstin Wolff ist ihr einmal nachgegangen und hat hinterfragt, ob tatsächlich alle Frauen im 19. Jahrhundert politisch einflusslos waren. Dabei hat die Autorin sich exemplarisch der Stadt Harburg (heute Hamburg-Harburg) angenommen und festgestellt, dass bürgerliche Frauen durchaus Mittel und Wege fanden, sich politisch einzumischen und die Kommunalpolitik vor Ort in ihrem Sinne zu beeinflussen. Ihre These, dass Harburg keineswegs ein Sonderfall ist, weist darauf hin, dass der kommunalpolitische Einfluss von Frauen wohl in jeder größeren Stadt des Kaiserreichs gefunden werden kann; man muss nur bereit sein, danach zu suchen.

 

Sabine Hering / Gudrun Maierhof: Die unpässliche Frau. Sozialgeschichte der Menstruation und Hygiene Sabine Hering / Gudrun Maierhof: Die unpässliche Frau. Sozialgeschichte der Menstruation und Hygiene, Frankfurt/M.. : Mabuse Verlag, 2002, 260 S., zahlr. Abb., ISBN 3-933050-99-5, 19,90 Euro (Erstveröffentlichung 1991 beim Centaurus Verlag)

In diesem reich illustrierten Buch beschreiben die Autorinnen die medizinischen Theorien, die Volksmeinungen und die hygienischen Vorschriften über die Menstruation von der Antike bis heute. Sie gehen von der These aus, dass es immer schon einen direkten Zusammenhang zwischen Menstruation und Hygiene und der gesellschaftlichen Stellung der Frauen gab. Dabei arbeiten sie heraus, welche Mythen und absonderlichen Theorien über den natürlichsten Vorgang der Welt bis heute vorherrschen. Immer noch beeinflussen Theorien über die Giftigkeit des Blutes die Frauen im Umgang mit der Regel. Und so ist das Buch eine anschauliche und spannende Geschichte nicht nur für Frauen.
"Kenntnisreich, dabei sehr lesbar und verständlich, ab und zu mit einem Schuss Polemik gegen männlich-medizinische Ignoranz, führen die Autorinnen uns vor, wie die Vorstellung von der weiblichen Krise, von der unausweichlich regelmäßigen Krankheit entstanden ist, aber auch wie sich Frauen im Verlauf der Emanzipation gegen die vermeintliche Leistungsschwäche, gegen die chauvinistische Theorie von der natürlichen Frauenneurose zur Wehr gesetzt haben. (...)
Ob als naturgegebenes Übel oder - so neuerdings ein amerikanischer Mediziner - als überflüssiger Zivilisationsschaden, wie die Tage erlebt werden, hängt von der Biographie und dem jeweiligen Selbstbewusstsein einer Frau ab, das durch die Lektüre (...) nur wachsen kann: Ein gelungenes Buch über ein heikles Thema. Auch für Männer verkraftbar." (Siggi Lehrmann, Hessischer Rundfunk).

 

Elke Schüller / Kerstin Wolff: Fini Pfannes. Protagonistin und Paradiesvogel der Nachkriegsfrauenbewegung Elke Schüller / Kerstin Wolff: Fini Pfannes. Protagonistin und Paradiesvogel der Nachkriegsfrauenbewegung, Königstein i.T. : Helmer Verlag, 1999, 283 S., zahlr. Abb., Personenreg., ISBN 978-3-89741-032-9, 20,50 Euro

Der Spiegel nannte sie 1955 die "populärste Frauenführerin Deutschlands": Fini Pfannes war eine außergewöhnliche Frau. Extravagant und exzentrisch, gebildet und streitbar, engagierte sich in der Frauenpolitik der Nachkriegszeit und wirkte bei der Gründung verschiedener Frauenverbände mit. In ihren vielseitigen Tätigkeiten erwies sie sich als Multitalent: Sie war Werbeleiterin der Frankfurter Main-Gaswerke, Verfasserin mehrerer Ernährungs-Fachbücher und Geschäftsführerin des Bundes für Volksernährung. Fini Pfannes gehörte zu den Gründerinnen des Deutschen Frauenrings (DFR) und des Deutschen Hausfrauen-Bundes (DHB), dessen Landesverband Hessen mit der Herausgabe dieses Bandes an eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Nachkriegs-Frauenbewegung erinnert.

 

Bürgerliche Frauenbewegung und Antisemitismus, hg. von Mechthild Bereswill / Leonie Wagner Bürgerliche Frauenbewegung und Antisemitismus, hg. von Mechthild Bereswill / Leonie Wagner, Tübingen : Ed. Diskord, 1998, 125 S., ISBN 3-89295-642-1, nur noch antiquarisch z.B. über ZVAB ZVAB

Die Beiträge des Sammelbandes beleuchten aus verschiedenen Blickwinkeln und mit unterschiedlichen methodischen Zugängen das Verhältnis zwischen den Motiven und politischen Strategien der bürgerlichen Frauenbewegung und einem weit verbreiteten gesellschaftlichen Antisemitismus. Sie gehen zurück auf eine Arbeitstagung, die im Dezember 1996 zu "Frauenbewegung und Antisemitismus" im Archiv der deutschen Frauenbewegung stattgefunden hat. Die versammelten Texte eröffnen neue Einsichten sowohl für die Antisemitismus- als auch für die Geschlechterforschung, wobei sich die Autorinnen auf sehr unterschiedliche Weise in diesen Forschungsfeldern bewegen. Allen Texten sind aber bestimmte Motive gemeinsam: Antisemitismus wird als gesellschaftlicher Code oder gesellschaftliche Norm begriffen und in seiner Bedeutung für Diskurse der Frauenemanzipation untersucht.

 

Gilla Dölle: Die (un)heimliche Macht des Geldes. Finanzstrategien der bürgerlichen Frauenbewegung in Deutschland zwischen 1865 und 1933 Gilla Dölle: Die (un)heimliche Macht des Geldes. Finanzstrategien der bürgerlichen Frauenbewegung in Deutschland zwischen 1865 und 1933, Frankfurt/M. : dipa-Verl., 1997, 271 S., Abb., Personenreg., (Siegener Frauenforschungsreihe, Bd. 2, hg. Sabine Hering), ISBN 3-7638-0361-0, nur noch antiquarisch z.B. über ZVAB ZVAB bzw. Restexemplare über die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung für 9,80 Euro plus Porto

Macht und Einfluss in Politik und Gesellschaft sind ohne ökonomische Basis nicht realisierbar, und auch für die Bemühungen um Emanzipation und Gleichberechtigung ist Geld überlebensnotwendig, "denn ohne Geld und den Versuch, sich des Charmes des Geldes zu bemächtigen, sind Frauen und ihre politischen Aktivitäten zur Bedeutungslosigkeit verurteilt". Die finanzielle Ausstattung der Frauenbewegung versteht Gilla Dölle deshalb als einen wichtigen, bisher allerdings vernachlässigten Indikator für die politische Bedeutung und den Erfolg der Bewegung. In dem Buch werden sowohl die Finanzgeschäfte verschiedene Frauenvereine als auch die Vermögensverhältnisse einzelner Protagonistinnen der Bewegung untersucht. Darüber hinaus werden die aus der Bewegung heraus entstandenen Stiftungen in den Blick genommen und es wird die in Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts für einige Jahre arbeitende Frauenbank vorgestellt.

 

Gudrun Maierhof / Katinka Schröder: Sie radeln wie ein Mann, Madame. Als die Frauen das Rad eroberten Gudrun Maierhof / Katinka Schröder: Sie radeln wie ein Mann, Madame. Als die Frauen das Rad eroberten, Dortmund : edition ebersbach, 1992, 158 S., Abb., ISBN 3-905493-29-2 (weitere Auflagen: Zürich : Unionsverl. 1998 und 2001), nur noch antiquarisch z.B. über ZVAB ZVAB

"Ihr Männer habt uns lang geneckt / In Küch' und Kinderstub' gesteckt / Ihr sollt es jetzo büßen! / Auch wir, wir sind ein frei Geschlecht, / Und was war denn nur Euer Recht: / Wir ´treten´ es mit ´Füßen´. - Die Gläser hoch! Wir stoßen an! / Wir haben jetzt die Hosen an, / Sind frischer, frecher, freier. / Es sein Euch ein ´All Heil´ geweiht! / Ich lob mir das, ´Rad der Zeit´ - / Nun radelt an, Ihr Freier!" Ein amüsantes Buch über die Anfänge des Damenradfahrens, über die vermeintlichen Gefahren und gesundheitsschädigenden Folgen, über den Erfindungsreichtum der Damenradfahrmode - kurz: eine kleine Kulturgeschichte des Radfahrens.

 

Helga Haas-Rietschel / Sabine Hering: Nora Platiel - Sozialistin, Emigrantin, Politikerin. Eine Biographie Helga Haas-Rietschel / Sabine Hering: Nora Platiel - Sozialistin, Emigrantin, Politikerin. Eine Biographie, Köln : Bund-Verl., 1990, 212 S., Abb., Personenreg., ISBN 3-7663-2127-7, nur noch antiquarisch z.B. über ZVAB ZVAB bzw. Restexemplare über die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung für 7,50 Euro plus Porto

Der Lebensweg der Juristin und Politikerin Nora Platiel-Block (1896-1979) wird entscheidend beeinflusst von der Begegnung mit dem Philosophen und Politiker Leonard Nelson, dem Begründer des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes. Von ihm übernimmt sie die Überzeugung an die Beweglichkeit der politischen Verhältnisse durch die Kraft der Vernunft. Sie tritt dem Nelson-Bund bei und ist in ihm politisch aktiv, auch nachdem sie sich in Bochum als Rechtsanwältin niederlässt. 1933 entkommt sie der Verhaftung nur knapp durch die Flucht in das französische Exil. Ihr weiterer Weg führt sie über Paris in das berüchtigte Lager Gurs und über Montauban zum schweizerischen Arbeiterhilfswerk. 1949 kehrt sie nach Deutschland zurück und beginnt hier ihre Karriere als Landgerichtsdirektorin und hessische Landtagsabgeordnete. Im 84. Lebensjahr stirbt sie - inzwischen eine bedeutende und geehrte Politikerin.

 

Felicitas Bachmann / Manuela Döring / Helene Kelber / Leonie Wagner: Weibsbildung. Wie Frauen trotz allem zu Wissen kamen Felicitas Bachmann / Manuela Döring / Helene Kelber / Leonie Wagner: Weibsbildung. Wie Frauen trotz allem zu Wissen kamen, Berlin : Elefanten Press, 1990, 152 S., Abb., ISBN 3-88520-334-0, nur noch antiquarisch z.B. über ZVAB ZVAB

Tanzen Nonnen Tango? Welche hessische Frau gewann den dreißigjährigen Krieg? Wer setzte die Frauen in Bewegung? Worüber promovierte die Hausfrau? Können Frauen denken? Statt noch dümmere Fragen: Fakten, Histörchen und Lebensbilder zur Geschichte der "Weibsbildung". Ungeachtet der gängigen Definition von Bildung wird ein breites Spektrum der Wissensaneignung dargestellt, das nicht bei Lehranstalten und Universität halt macht. Die Bäuerin des Mittelalters, die Klöpplerinnen der ersten Manufakturen, die auf dem Scheiterhaufen verbrannte Kräuterfrau, die Göttinnen der Salons, die kriegsküchekochende Soldatenfrau, die erste Rechtsanwältin und die arische Mutter, sie alle verkörperten Idealtypen ihrer Zeit. 800 Jahre Frauenlernen und -leben schildert am Beispiel der hessischen Metropole Kassel, wie Frauen auch ohne Gleichberechtigung und trotz allem zu Wissen kamen.