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Archiv, Bibliothek und Forschungszentrum zur Geschichte der deutschen Frauenbewegung ─ Willkommen!

Das Archiv der deutschen Frauenbewegung (AddF) sammelt, forscht und publiziert zur Geschichte von Frauen und Frauenbewegungen von 1800 bis in die 1960er Jahre. Die Verbreitung des Wissens über die Frauenbewegung und ihre Protagonistinnen in der Öffentlichkeit durch Vorträge, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen ist uns ein großes Anliegen.

Am 28. und 29. Mai bleibt das AddF aus betriebsinternen Gründen geschlossen.


Collage © AddF

Am 23. Mai 1949 wurde das

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

erlassen, einen Tag später, am 24. Mai, trat es in Kraft. In Artikel 3, Absatz 2 steht seither der Satz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." Das ist in erster Linie dem Einsatz zweier Frauen zu verdanken: Elisabeth Selbert (1896-1986), Juristin und eine der vier Frauen im 65-köpfigen Parlamentarischen Rat und Herta Gotthelf (1902-1963), Frauensekretärin beim Parteivorstand der SPD. Sie organisierten gemeinsam - die eine auf der politischen Bühne, die andere im Hintergrund - den nötigen politischen Druck, um den Gleichberechtigungsparagrafen durchzusetzen. Zu Elisabeth Selbert gibt es ein Dossier im AddF, wo auch ihr in einem Online-Findbuch verzeichneter Nachlass liegt. Fembio bietet ein Kurzportrait mit Filmausschnitten.


Susanne Fitz

Sonntag, den 26.05.2019, 11.30 Uhr

Susanne Fritz liest aus ihrem Buch
»Wie kommt der Krieg ins Kind?«

Ort: Kleines Bali-Kino, Kulturbahnhof Kassel
Eintritt: 9,-/8,50 €

»Mein linker Zeigefinger neben dem Abdruck ihres linken Zeigefingers auf Tuchfühlung; siebzig Jahre liegen zwischen ihnen. Wo ist meine Mutter, wo ist ihre Seele…?«

In ihrem sehr persönlichen Buch beschreibt Susanne Fritz das Schicksal ihrer Mutter, die 1945 mit 14 Jahren in ein polnisches Arbeitslager verschleppt wurde und erst vier Jahre später wieder freikam. Über die Erlebnisse dort schwieg sie ein Leben lang - und gab das Trauma damit an ihre Tochter weiter. Literarisch, hochreflektiert und mit großem Einfühlungsvermögen erkundet die Autorin die Geschichte ihrer Mutter, ihrer Familie und die eigene Psyche vor dem Hintergrund von Krieg, Flucht, Vertreibung und der wechselvollen deutsch-polnischen Geschichte. Ein wichtiges und berührendes Buch, das aufzeigt, wie tief sich Verletzungen der Eltern- und Großelterngeneration in die Körper und Seelen der Nachkommen einschreiben können.


Eröffnungsplakat © AddF

Vor hundert Jahren, am 1. Juni 1919 starb

Hedwig Dohm (1831-1919)

"Weil die Frauen Kinder gebären, darum sollen sie keine politischen Rechte haben. Ich behaupte: weil die Männer keine Kinder gebären, darum sollen sie keine politischen Rechte haben und ich finde die eine Behauptung mindestens ebenso tiefsinnig wie die andere."
Es sind Sätze wie dieser 1876 von Hedwig Dohm geäußerte, die ihren bis heute legendären Ruf als ironische Analystin der Geschlechterverhältnisse begründet haben. Wie viele Frauenrechtlerinnen des 19. Jahrhunderts war sie zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten, die Neue Frauenbewegung entdeckte sie wieder. Auch die Gründerinnen des Archivs der deutschen Frauenbewegung erkoren sie 1983 zur Ikone des ersten Archivplakats.
Das Frauenwahlrecht, für das Hedwig Dohm als eine der ersten in Deutschland eingetreten ist, hat sie gerade noch so eben erlebt. Mehr über Hedwig Dohm gibt es auf den Seiten ihrer Biographinnen Isabel Rohner und Nikola Müller, ein Dossier im Digitalen Deutschen Frauenarchiv und eine Kurzbiographie bei fembio.


Ausstellungslogo

  Vorschau:

   Am 6. September 2019 ist der 40. Todestag von

  Nora Platiel (1896-1979)

Die Juristin und sozialdemokratische Politikerin erlebte ihre politische Prägung in der Weimarer Republik durch Leonard Nelson und den Internationalen Sozialistischen Kampfbund (ISK). Während des Nationalsozialismus emigrierte sie nach Frankreich, wurde dort interniert, konnte jedoch in die Schweiz flüchten und kehrte Ende der 1940er Jahre nach Deutschland zurück. In Kassel begann sie ihre juristische Laufbahn und wurde 1951 erste Landgerichtsdirektorin in Hessen. Daneben engagierte sie sich weiterhin politisch und vor allem auch im Kasseler Kulturleben.

Wir möchten schon jetzt auf eine von Ralf Schaper initiierte Internetseite und Ausstellung zu Leben und Werk von Nora Platiel verweisen: Eine Veranstaltung gegen das Vergessen! Sie wird vom 26. September bis 25. Oktober an der Universtät Kassel stattfinden, passenderweise im Institutsgebäude für Geisteswissenschaften in der Nora-Platiel-Str. 1.

In der Hessischen Biographie findet sich eine von Laura Schibbe verfasste ausführliche Biographie. Auch auf den Seiten des Kasseler Stadtteils Vorderer Westen, wo Nora Platiel von 1949 bis 1979 lebte, wird sie vorgestellt. Eine Kurzbiografie bietet die Stadt Bochum, wo Nora Platiel aufwuchs.


Das AddF unterstützt den Aufruf des Deutschen Frauenrats

#mehrfrauenindieparlamente

Am 19. Januar 1919 konnten Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen und gewählt werden.Heute, 100 Jahre später, müssen wir feststellen, dass die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft trotz vieler Fortschritte immer noch nicht erreicht ist – auch nicht in Politik und Parlamenten. In fast allen Parlamenten ist der Frauenanteil bei den letzten Wahlen zurückgegangen. Im Deutschen Bundestag sind seit der letzten Wahl mit 30,9 Prozent so wenig Frauen vertreten wie zuletzt 1998.
Das wollen wir nicht länger hinnehmen – wir streiten gemeinsam für Parität in den Parlamenten.

Aufruf lesen und unterschreiben

Dossiers zur Geschichte der Frauenbewegung

Informieren Sie sich zu Personen, Organisationen und Themen aus der Frauenbewegungsgeschichte und erhalten Sie besondere Hinweise auf die Bestände im AddF. Zum 100. Jubiläum werden z.B. Materialien zum Frauenwahlrecht angeboten.

Katalog

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Jahresbericht

Die Einblicke 2018/19 erscheinen Anfang des Jahres 2020.

Einblicke 2017. Almanach des Archivs der deutschen Frauenbewegung

Internetpräsentation mit Tipps zur Durchführung von Zeitzeuginneninterviews
DaSinD-online Datenbank Schriftstellerinnen in Deutschland, Österreich, Schweiz 1945-2008
Das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) ist ein interaktives Fachportal zur Geschichte der Frauenbewegungen in Deutschland. Es lädt dazu ein, Themen, Akteurinnen und Netzwerke der Frauenbewegungen aus zwei Jahrhunderten kennenzulernen.